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Ausgabe 2.2019 (Nr.78) 2078

Ausgabe 2.2019 (Nr.78)


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Ausgabe Nr. 78 – April/Mai/Juni 2019

 

Inhalt

Danza

  • DanzaMiguel Angel Zotto - „In Buenos Aires interessiert sich niemand für Tango“, von Karin Betz

  • PortraitLizelot de Stigter - „Umarme das Leben und die Liebe!“, von Dani Buijtenhek

  • MilongaClausurado! - Neueste Entwicklungen in der Milonga-Szene von Buenos Aires, von Susanne Mühlhaus

  • Milonga Tanzen, wie in Bildern gebadet - Andreas Lange und seine Visual-Performances, von Yvonne Werner-Mees

Música

  • Música – Juan Villarreal - Mit dem Herzen singen und ehrlich sein, von Sylvie Wallmen

  • Música – Orquesta ‚La Hoguera‘ - Junges Feuer neu entfachen, von Dierk Jensen

  • Bandoneón – 100-jährige Instrumente jenseits der Verschleißgrenze - Kauf- und Prüfanleitung für ein gebrauchtes Bandoneon, von Toralf Parsch

  • Portrait – Die DJane ‚La Rubia‘ - „Als male man ein Gemälde“, von Vanessa Kunke

     

Themen

  • Historia – Alfredo de Angelis - Netter Tango für jedermann, von Olli Eyding

  • Historia – Ausgewählte Tangos - Sonar y nada mas, von Olli Eyding

  • Historia – Mädchenhandel & Prostitution Teil 2 - In den Fängen der Zuhältermafia ‚Zwi Migdal‘, von Michael Groß

  • Festival – Berlin im Tango-Embrace - Jeder macht seins und alle machen es gemeinsam, von Sabine Zubarik

  • Galería – Tango Graphics von Anja Weiss Flinke Füße - flinke Hände, von Baerbel Brokate

  • Ambiente – Das Lachdach Pling in München - Charme, Funktionalität und Provisorium, von Olli Eyding

  • Moda – Schöner Tanzen - Zehn Jahre tangomoden.de, von Luis Brand

  • Política – „Wir sind Arbeiter und haben Rechte“ Neue Gewerkschaft TTD - Trabajadores de la Tango Danza, von Jürgen Ramspeck

Events

  • Veranstaltungen – Tanzen und erleben - Tango-Bälle mit Livemusik, Konzerte, Shows, Ausstellungen

  • Tanzkalender – Tanzen gehen - Milongas und Tangosalóns in Deutschland

  • Tanzkalender – Tanzen gehen - Milongas und Tangosalóns in Europa

  • Veranstaltungen – Tango im Radio

  • Workshops – Tanzen Lernen - Überregionale Angebote an Wochenenden

Rubriken

  • Recuerdo – Guter Unterricht Teil 2 - Über den Frust beim Tango lernen, von Jochen Lüders

  • Discusión – Improvisation von Anfang an - Reaktion auf ‚Guter Unterricht Teil 1‘, von Arthur Bay

  • Noticias – Nachrichten & Kurzmeldungen aus der Tangowelt

  • Libros – Eckart Haerter - Ecken in Buenos Aires, von Thomas Kröter

  • Libros – Ulrike Dömkes - Die Verschwundenen vom Gare d’Austerlitz, von Karin Law Robinson-Riedl

  • CD-Recensiones – Cuarteto SolTango - Sin Palabras, von Christian Rothschild

  • CD-Recensiones – Cuarteto Rotterdam - Un Placer, von Jürgen Bieler

  • CD-Recensiones – Orchestra Esquinas - Colectivo Tango Esquinas, von Florian Gutmann

  • CD-Recensiones – Taxxi Tango XXL - Sweet Saint Denis, von Stefan Franzen

  • CD-Recensiones – Horacio Salgán y su Orquesta Típica Recuerdo, von Karin Betz

  • CD-Recensiones – Martín Palmeri - Misa a Buenos Aires Misatango/Tango Gloria, von Gerhard Litterst

  • CD-Recensiones – El Cachivache - Lujo y Fantasía, von Volker Marschhausen

  • Feedback – Leserbriefe - Kritische Anmerkungen unserer Leser

Leseprobe der Tangodanza Ausgabe Nr. 78 - 2.2019

Danza
Miguel Angel Zotto
- „In Buenos Aires interessiert sich niemand für Tango“
von ?Karin Betz

Und dann tanzt er an Weihnachten 2018 im Vatikan für Papst Franziskus. Dass Miguel Angel Zotto seiner Biographie auch noch einen so privilegierten Auftritt hinzufügen kann, ist nur logisch. Für den mit 60 Jahren noch gar nicht so alten Maestro ist der Tango überall, er ist Familie, Leben, Religion. Und er ist, wie Zotto nicht müde wird zu betonen, eine Frau, nämlich Daiana Guspero, mit der er seit elf Jahren zusammen lebt und arbeitet. Ihr Name fällt immer wieder, wenn man sich mit ihm unterhält, und Zottos ganze Haltung beim Tanz und im Gespräch drückt aus, dass er nicht nur seine Tanz- und Lebenspartnerin über alles schätzt, sondern einfach keiner ist, der sich in den Vordergrund drängt. „Tango ist kein Tanz für Machos. Er ist 50/50. Der wichtigste Schritt im Tango, der das Herz jedes Tanzes bildet, ist der Ocho. Und den tanzt die Frau.“ Miguel Angel Zotto, der schon auf der ganzen Welt getanzt hat und gefeiert wurde – ob am Broadway mit dem Musical Tango Argentino oder bei der Weltmeisterschaft Mundial de Tango – ist vor allem eins: angenehm bescheiden und bodenständig. Er sei im Grunde ein Bailarín Popular (Volkstänzer) geblieben, nichts weiter, betont er. ...

 
Historia
Alfredo de Angelis
- Netter Tango für jedermann
von Olli Eyding

Alfredo De Angelis spielte über fünf Jahrzehnte in der ersten Liga der Tango-Orchester. Seine beschwingten Valses sind zweifellos Höhepunkte des Genres. Er komponierte Perlen wie Pregonera (1945) oder Remolino (1946). Gleichzeitig lehnen viele seine Musik als zu schlagerhaft ab, manche DJs weigern sich, Tangos von De Angelis zu spielen, schon Zeitgenossen bezeichneten sein Schaffen abfällig als ‚música de calesita‘ – Karussellmusik. Tanzbar sollte seine Musik sein. Das zählte für De Angelis mehr als Innovationen und Experimente. Die Rechnung ging auf, und auch in den weniger tangofreundlichen Jahren nach 1955 feierte er Erfolge und blieb bis zur Wiedergeburt des Tango in den 80er-Jahren im Geschäft. Neben eingängigen, melodiösen, wenn auch oft schematischen Arrangements waren sein größter Trumpf vom Publikum geliebte Sänger, die der stets smarte und freundliche Rotschopf in oftmals schmalzigen Duetten zum Leuchten brachte. Schon im kulturell geprägten Elternhaus – der Vater war Geiger, Restaurateur und Bildhauer – ließ sich der eine oder andere Tangomusiker, darunter auch Gardel, gerne blicken. De Angelis wuchs in Banfield auf, einem Vorort von Buenos Aires, und erhielt bald wegen seiner ungewöhnlichen roten Haare den Spitznamen ‚El Colorado‘. ...

 
Música
Ausgewählte Tangos
- Soñar y nada mas
von Olli Eyding

Obwohl Soñar y nada más sicher zu den schönsten Valses zählt, überzeugen nur diese drei Einspielungen – es gibt jedoch dutzende wunderschöne, im Stile Gardels nur von Gitarre begleitete Interpretationen. Neben Straßenmusikern, Leierkästen (‚El Organito‘), die durch die Straßen gezogen wurden, Schellacks und seit Ende der 20er-Jahre dem Radio trug seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts auch das Geschehen auf den Bühnen der Stadt dazu bei, dass sich Tango zur Nationalkultur Argentiniens entwickelte. Wichtige Tangotexter wie z.B. Enrique Santos Discépolo oder Ivo Pelay entstammten der Welt des Theaters. Beliebt waren damals Komödien, revueartige Aufführungen, vor allem aber die auf spanische Wurzeln zurückgehenden Sainetes criollos, satirische, komödiantische und mit vielen musikalischen Elementen durchsetzte Einakter, die Typen und Szenen aus dem Volk meist übertrieben darstellten. ...

 
Música
Juan Villarreal
- Mit dem Herzen singen und ehrlich sein
von Sylvie Wallmen

Er ist einer der gefragtesten Tangosänger in Argentinien und tritt mit namhaften Orchestern auf – Juan Villarreal verleiht den Konzerten mit seiner Präsenz eine besondere Atmosphäre, eine gewisse Intimität und Romantik, die niemals kitschig oder gar schwülstig wirkt. So sagt seine Kollegin Noelia Moncada: „Wenn er singt, dann hat man das Gefühl, als würde er sich mit dir wie mit einem Vertrauten unterhalten und dabei sehr persönliche Dinge erzählen.“ Demnächst ist er auch im deutschsprachigen Raum zu erleben. "Das Wichtigste für einen Cantor ist es, aus dem Herzen zu singen und ehrlich zu sein" – das ist Juans Meinung nach der Schlüssel zur Authentizität. Diesen Grundsatz versucht er auch seinen Schülern zu vermitteln. In Buenos Aires bietet er einmal pro Woche einen Gesangsworkshop an, bei dem jeder willkommen ist. Acht Plätze sind pro Termin zu vergeben und jeder Teilnehmer soll zwei Stücke für den Unterricht vorbereiten. Grundlegend dabei ist, dass der Vortragende sich in irgendeiner Weise mit dem ausgewählten Text identifizieren kann, denn die Emotion spielt im Tango auch beim Singen eine sehr wichtige Rolle. ...

 
Portrait
Lizelot de Stigter
- "Umarme das Leben und die Liebe!“
von Dani Buijtenhek

Strahlend kommt sie zum Interview, ein Ruhepol in dieser hektischen Welt: Lizelot de Stigter, eine der berühmtesten Tango-Interpretinnen der Niederlande, vielleicht sogar Europas. “Für mich ist Tango ein Way of Life, ein Ventil, um meine Gefühle mit anderen zu teilen“, eröffnet sie unser Gespräch. Ihre Beziehung zum Tango begann zunächst indirekt, durch ihre kindliche Liebe zum Tanz im Allgemeinen. Mit neun Jahren wurde sie Ballettschülerin und fiel durch ihr großes Talent auf. Was sie schon damals spürte, war die Sehnsucht nach Bewegung als Ausdruck für die Seele. Im Teenageralter bewarb sie sich zum Vortanzen bei keiner geringeren als Pina Bausch. Und bekam ein Angebot! Doch Lizelot lehnte dann doch ab – nicht aus Angst vor der anstrengenden Ausbildung in Pinas Tanzensemble, sondern, „weil ich noch auf der Suche nach mir selbst war.“ ...

 
Ambiente
Lachdach Pling
- Charme, Funktionalität und Provisorium
von Olli Eyding

21.30 Uhr, die leere Garderobe einer mäßig besuchten Vorstadt-Milonga. Das ist typisch für München. Irgendwie gibt es mehr Tanzgelegenheiten als Tänzer. Ein distinguiertes japanisches Paar blickt sich suchend um. Es ist ihr einziger Abend in München, und heute ist Donnerstag. Wir sind uns sofort einig: Diesen Abend müssen die beiden beim Argentinier Esequiel Maiolo und seiner Frau Sol Evans im Lachdach verbringen, einer der angesagtesten Milongas, aber in einem Hinterhof versteckt, zu kompliziert, um einem Taxifahrer den Weg zu erklären. So kutschieren wir die beiden selbst an der Isar entlang Richtung Süden, folgen einer Seitenstraße und landen in einer Kette industriell geprägter Hinterhöfe. Nun wird der kosmopolitische Japaner, der, wie sich im interessanten Gespräch herausstellt, die Auftritte der Münchner Symphoniker in Buenos Aires organisiert, doch unsicher: „This isn‘t a street, is it?“. Erst als er Schuhbeutel entdeckt, die neben etwas zu bunten, schicken Röcken auf eine unbeschriftete Glastüre zuschweben, lächelt er wieder zuversichtlich. Sechs lange Treppen testen unsere Kondition, und erst am Ende eines langen Ganges gleiten wir durch eine Feuerschutztür von der gesichtslosen Architektur der Siebziger hinüber in das weite, von warmem Licht durchflossene Penthouse, dem Reich von Veronica Hoffmann und Martin Siegler. ...

 
Milonga
Clausurado!
- Neueste Entwicklungen in der Milonga-Szene von Buenos Aires
von Susanne Mühlhaust

Wer heute für einen Tangourlaub in die argentinische Hauptstadt fliegt, der wird vieles, was er vielleicht noch vor Jahren gesehen und erlebt hat, nicht wiederfinden. In den vergangenen Jahren hat sich einiges verändert. Vergleicht man z.B. den ‚Tangostadtplan‘ von Buenos Aires aus den Jahren 2009/2010 mit dem von heute, so stellt man fest, dass etliche Milongas verschwunden und andere hinzugekommen sind. Ein Beispiel dafür ist die traditionsreiche Confitería La Ideal, Schauplatz des Films Evita mit Madonna als Hauptdarstellerin und Domizil von mehreren Milongas. Die Location war lange aufgrund eines Nachlassstreits geschlossen und wird seit geraumer Zeit renoviert. Doch es gibt auch tiefgreifende Veränderungen, über die unsere Autorin Susanne Mühlhaus in München mit Pepa Palazón gesprochen hat, Veranstalterin der Milonga Viva la Pepa! in Buenos Aires und Kennerin der Szene. – „Pepa, was hat sich in den vergangenen Jahren verändert“? – Die Frage ist zu weit gefasst. Man müsste sich die verschiedenen Aspekte einzeln ansehen. – „Dann gehen wir ins Detail. Hat sich die Musik verändert?“ – In der Tat! Wenn man das große Bild anschaut, dann hört man in Buenos Aires seit einigen Jahren gar keine Tango-Nuevo-Musik mehr. Nach ihrer Hochphase um das Jahr 2008 ist sie inzwischen völlig aus der Mode gekommen. ...

 
CD-Recensión
Cuarteto Rotterdam
- Un Placer - Clásicos para bailar
von Jürgen Bieler

Diese Produktion hat mich überrascht. Denn das ‚Cuarteto Rotterdam‘ kenne ich als Tango-Ensemble, das auch mit einem Bein im Tango Nuevo steht und Stücke von Coco Nelegatti oder Astor Piazzolla interpretiert. Hier gib es nichts davon, alle 18 Tangos erklingen im Stil der Orchester aus den goldenen Zeiten des Genres. Die Begründung liefert der Begleit-Text zur CD. Das Quartett möchte hier an die vier wichtigsten Maestros des Tango Argentino erinnern. Damit sind Carlos Di Sarli, Juan D´Arienzo, Aníbal Troilo und Osvaldo Pugliese gemeint. Die Anordnung der Tracks folgt dem Konzept der Tanda. Zu hören sind jeweils drei prototypische Interpretationen, die den Stil des ausgewählten Bandleaders/Orchesters präsentieren. Getrennt werden sie von Cortinas aus bekannten Melodien der ‚Beatles‘, die allerdings aus einer Spieldose kommen. Wie es sich für eine ordentliche Tanda gehört, findet sich hier auch ein Block mit drei Valses sowie einer mit drei Milongas. …

 

Tangodanza Team: Alexander Ringler, Andrea Konschake, Christine Grunert, Claudia Noevers, Olaf Herzog

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