Ausgabe Nr. 46 - April/Mai/Juni 2011
Inhalt
Leseprobe
Ist es leicht oder schwer, Tango zu unterrichten?
Carlos: Ich hatte keine Ahnung am Anfang. Eine Schülerin fragte mich zu Beginn: "Wie verlagere ich das Gewicht?" Ich schaute sie irritiert an. Das Gewicht von was? Früher gab es solche Ausdrücke nicht. Also antwortete ich: "So natürlich wie möglich." Jeden Tag lerne ich durch die Fragen der Schüler etwas. Rosa: Eine Tänzerin fragte mich: "Wie soll ich atmen?" Man hatte ihr gesagt, sie solle den Mann mit ihrem Atem umfangen, wenn sie auf ihn zugehe. Da war ich kurz sprachlos und sagte ihr: "Atme wie immer." ...
Die Rückseite ziert ein kurioses Regelwerk: 1. Chicos y chicas separados. 2. Einlade zum Tanze mit Cabeceo (= Auge contact). 3. Zuruck schritt verbot. 4. Fusse hoch + grosse figuras + voleos verbot.
Die Szene kocht. In den Internetforen bekriegen sich Fundis und Neos: Milonguero-Spießer contra Pistensau, Neo-Spasti gegen Tango-Taliban. Auch die Deutschlehrer melden sich zu Wort, und die Tangolehrer nehmen spontan Cabeceo-Kurse ins Programm. Man munkelt, Ruben habe vorsichtshalber ein paar Jungs vom Boxclub engagiert...
Er traf sie mit solcher Wucht, dass sie Standard aufgab und schließlich ein Stück Buenos Aires in die historische Speicherstadt brachte – mitten ins Herz von Hamburg. Dance Affairs heißt ihr Laden, der mehr ist als das: Er ist ein Lebensprojekt...
"Hört ihr, wie der Sänger dem Beat immer ein wenig vorläuft?" Tatsächlich erreicht der Sänger den ersten Ton im Takt oft früher als die Instrumente. "Das nennt man vorfrasieren. Der Tango lebt davon, dass der Sänger den Beat etwas früher oder später betonen kann – oft früher, um dann mehr Zeit zu haben für den Höhepunkt", erläutert Raimund. Und der Bandoneonist Peter Reil ergänzt: "Das schönste Kompliment eines Argentiniers an mich als Musiker ist: Que lindo fraseo – was für eine schöne Frasierung." ...
Tangodanza Team: Andrea Konschake, Christina Korn, Regina Latyschew, Olaf Herzog