JuntaLaufzeit: ca. 100 Minuten, Original mit deutschen Untertiteln.Der Film beschäftigt sich mit einem der düstersten Kapitel der argentinischen Geschichte: Er handelt von den desaparecidos, den Verschwundenen, die in der Zeit der Militärdiktatur in den Jahren 1976 bis 1983 wegen vermeintlich subversiver Umtriebe verschleppt wurden. Wenige von ihnen haben die Verhöre in den Folterkellern der Militärpolizei überlebt, vermutete 30.000 Menschen sollen in Massengräbern verscharrt worden sein. Erbarmungslos nüchtern führt die Kamera den Blick des Zuschauenden durch verwahrloste, dunkle Räume und hält in der Subjektive das Leid der Gequälten fest, ohne dass ein Zuviel an tatsächlicher Gewalt je gezeigt wird. "Gewalt besitzt keinerlei Objektivität", sagt Regisseur Marco Bechis. Er war selbst einer dieser desaparecidos, doch gelang es ihm aufgrund der Intervention seiner in Italien lebenden Eltern, der Haft zu entkommen. "Man kann Gewalt nur subjektiv erfahren... . Wie also Gewalt beschreiben: Indem man ... das legitimierende, bürokratische System in seiner vermeintlichen Unpersönlichkeit beschreibt." Junta bietet dem Zuschauer nicht eine Sekunde lang Ausweg aus dem Entsetzen, was die Qualität des Films ausmacht, zugleich für empfindliche Gemüter aber nur schwer auszuhalten sein dürfte.(Rezension in Tangodanza 3-2009)
Junta
Laufzeit: ca. 100 Minuten, Original mit deutschen Untertiteln.
Der Film beschäftigt sich mit einem der düstersten Kapitel der argentinischen Geschichte: Er handelt von den desaparecidos, den Verschwundenen, die in der Zeit der Militärdiktatur in den Jahren 1976 bis 1983 wegen vermeintlich subversiver Umtriebe verschleppt wurden. Wenige von ihnen haben die Verhöre in den Folterkellern der Militärpolizei überlebt, vermutete 30.000 Menschen sollen in Massengräbern verscharrt worden sein. Erbarmungslos nüchtern führt die Kamera den Blick des Zuschauenden durch verwahrloste, dunkle Räume und hält in der Subjektive das Leid der Gequälten fest, ohne dass ein Zuviel an tatsächlicher Gewalt je gezeigt wird. "Gewalt besitzt keinerlei Objektivität", sagt Regisseur Marco Bechis. Er war selbst einer dieser desaparecidos, doch gelang es ihm aufgrund der Intervention seiner in Italien lebenden Eltern, der Haft zu entkommen. "Man kann Gewalt nur subjektiv erfahren... . Wie also Gewalt beschreiben: Indem man ... das legitimierende, bürokratische System in seiner vermeintlichen Unpersönlichkeit beschreibt." Junta bietet dem Zuschauer nicht eine Sekunde lang Ausweg aus dem Entsetzen, was die Qualität des Films ausmacht, zugleich für empfindliche Gemüter aber nur schwer auszuhalten sein dürfte.
(Rezension in Tangodanza 3-2009)